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31. 01. 2017

Jenaer Basketball-Wunder mit Glück und Geschick

Mit dem Rücken zur Wand und 60 Sekunden vor der Schlusssirene fast schon am Rand einer sicheren Niederlage stehend, drehte die Regionalliga-Mannschaft von Science City Jena am Samstagabend in Zwickau ein bereits verlorengeglaubtes Duell. Das Team von Trainer Farsin Hamzei belohnte sich bei den Ostsachsen mit einem Fabel-Endspurt in den Schlusssekunden, bezwang die Sachsen hauchdünn mit 88:87. Nach dem Erfolg bei den Westsachsen können die Saalestädter tabellarisch zumindest kurz etwas durchatmen, beschert ihnen dieser enorm wichtige Sieg doch ein sechs Pluspunkte betragendes Polster vor den kritischen Rängen. Aktuell rangiert der Regionalliga-Aufsteiger aus Ostthüringen mit 16 Punkten auf dem 9. Platz im 14er Feld.

„Die Jungs haben nach der Niederlage gegen Ansbach die richtige Reaktion gezeigt“, sagte Jenas Coach Farsin Hamzei nach dem dramatischen Schlussspurt. „Die enge und umkämpfte Partie war von 16 Führungswechseln gekennzeichnet. Wir haben uns den Erfolg mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung erarbeitet. Ungeachtet des Endstandes hat sich Zwickau viel Respekt verdient. Natürlich war am Ende auch viel Glück dabei, bei uns mit Konrad und Georg sogar doppelt“, sagte Hamzei nach dem Foto-Finish vom 'Glück des Tüchtigen' sprach.

Im Aufeinandertreffen zwischen GGZ Basket Zwickau und dem Regionalliga-Aufsteiger aus Jena fanden die Gäste zunächst besser in die Partie. Nach einem Korb durch Vincent Garrett früh auf 9:2 enteilt, konterten die Sachsen bis zur 5. Minute, drehten die Partie mit 11:9 zu ihren Gunsten. Doch Science City schlug zurück, legte bis zum Viertelende nach, um sich mit 23:15 in Front liegend in die erste Viertelpause zu verabschieden. Während es den Zwickauern im Verlauf des zweiten Abschnitts gelang den Jenaer Vorsprung Punkt um Punkt abzuarbeiten, sorgte ein Distanzwurf von Jakub Kadasi kurz vor der Halbzeitsirene für einen hauchdünnen 40:39-Vorsprung des Regionalliga-Kaders von Coach Farsin Hamzei. Nach dem Kabinengang waren es zunächst die Zwickauer, die sich eine knappe Führung erspielen konnten. Doch Science City Jena wehrte sich, blieb in Schlagdistanz, um die statistischen Vorsprünge der Hausherren nicht abreißen zu lassen. Nach einem Korb des Chemnitzers Andreas Endig mit einem hauchdünnen 63:64-Rückstand in das Schlussviertel startend, konterten die Saalestädter noch einmal durch Vincent Garrett auf 72:72 (34.). In der anschließenden Phase gelang es den Sachsen, sich einen fast entscheidenden Vorsprung zu erspielen. Nachdem Zwickau durch zwei Freiwürfe von Hendrik Bellscheidt 37 Sekunden vor der Schlusssirene mit 84:76 in Führung gegangen war, schien die Partie in Richtung der Gastgeber zu kippen. Jenas Trainer Farsin Hamzei beorderte sein Team noch einmal zur Auszeit. Mit Erfolg, wie die dramatische und turbulente Schlussphase beweisen sollte. Ein schneller Korbleger von Garrett verkürzte bei einer Restspielzeit von 31 Sekunden auf 84:78, bevor sich die Ereignisse überschlugen. Die Zwickauer Antwort, nur einer von zwei möglichen Freiwürfen von Bellscheidt sorgte 24 Sekunden vor dem Ende für die immer noch komfortable 85:78-Führung der Hausherren.

Nachdem der Zwickauer Dominic Bassl ein technisches Foul kassierte, Darian Cardenas den fälligen Freiwurf jedoch nicht verwandeln konnte, wurde Moritz Morschhäuser gefoult. Der Jenaer Flügel traf 18 Sekunden vor der Sirene seine beiden Würfe zum 85:80-Anschluss, bevor Alexei Andrus gefoult wurde um die Spieluhr zu stoppen. Der Zwickauer blieb nervenstark, traf 17 Sekunden vor Ultimo beide Schüsse zur 87:80-Führung. Nach einer Jenaer Auszeit setzte Jan Heber zum Korbleger an, verwandelte zum 87:82. Ein schwerwiegender Ballverlust der Gastgeber ermöglichte Vincent Garrett zehn Sekunden vor dem Ende die Chance zum Distanzwurf – 87:85. Von der Dramatik angesteckt gelang es den Zwickauern zwar an der eigenen Grundlinie einzuwerfen, ein von den Jenaer Glück-Brüdern erzwungener Ballverlust der Sachsen landete allerdings erneut in den Händen von Garrett. Der US-Amerikaner in Diensten des Regionalliga-Aufsteigers setzte sechs Sekunden vor der Sirene erneut zum Dreier an, versenkte seinen Wurf und sorgte in dem hochdramatischen Schlussspurt für den enorm wichtigen Jenaer 88:87-Erfolg.

SCJ: Garrett 24 Punkte, Cardenas 23, K. Glück 13, Heber 8, G. Glück 7, Morschhäuser 6, Kadasi 3, Foerster 2, Rahn 2, Schneider, Krause, Rietschel