Dramatische Jenaer Aufholjagd von Erfolg gekrönt
Einen wichtigen Befreiungsschlag landete die 2. Mannschaft von Science City Jena am zurückliegenden Basketball-Wochenende auf dem heimischen Parkett des metecno court in Jena-Burgau. Das Team von Trainer Marius Linartas bezwang die Gäste aus Herzogenaurach nach einer dramatischen Aufholjagd, trotz eines zwischenzeitlichen Rückstandes von 24 Punkten, am Ende knapp mit 78:77 und klettert durch den wichtigen Sieg auf den 11. Platz der Regionalliga Südost.
Während die jungen Ostthüringer gegen den bis dato Tabellenvierten schnell ins Hintertreffen gerieten, nach einem verkorksten Startviertel mit 9:26 das Nachsehen hatten, blieben die Gäste aus Mittelfranken bis zur Halbzeit das tonangebende Team. In der 18. Minute nach einem Korbleger des Herzogenaurachers Robert Merz zum zwischenzeitlichen 19:43 bereits mit 24 Punkten in Rückstand liegend, drohte den Saalestädtern zu diesem frühen Zeitpunkt eine deutliche Heimpleite. Nachdem sich Science City Jena mit einem Halbzeitstand von 26:45 in die Kabine verabschiedet hatte, dürften wohl nur noch Berufsoptimisten dem jungen Kader von Marius Linartas ein erfolgreiches Comeback zugetraut haben. Auch nach dem Start in den dritten Spielabschnitt deutete zunächst wenig darauf hin, dass Jenas Bundesliga-Reserve einen Richtungswechsel einleiten könne. Vielmehr waren die ersten Minuten der zweiten Hälfte von beiderseitigen Ballverlusten, vergebenen Wurfchancen sowie Fouls geprägt, welche den hohen Vorsprung der Gäste konservierten. Die Jenaer Initialzündung erfolgte durch einen Dreier von Kristofer Krause, der mit seinem Distanzwurf zum 29:47 einen 10:0-Lauf einleitete, um die Tür zur Rückkehr in das Spiel wieder zu öffnen. Bis auf 37:47 (25.) hatte sich die junge Mannschaft von Science City wieder herangekämpft, bevor die Gäste routiniert antworteten.
Nachdem Nils Haßfurther den Herzogenauracher Vorsprung erneut auf 43:59 ausgebaut hatte, schien das Duell den erwarteten Verlauf zu nehmen. Zwar konnte Benjamin Dizdar kurz vor der Sirene des dritten Spielabschnitts mit einem erfolgreichen Dreier zum 46:59 kontern, der Weg zum angepeilten Heimsieg blieb dennoch lang und beschwerlich. Während die Franken ihre Führung auch im Abschlussviertel verteidigen konnten, beim zwischenzeitlichen 59:69 (34.) einem Auswärtssieg entgegengingen, setzte Science City zum finalen Versuch einer Aufholjagd an. Nur eine Minute später befanden sich die jungen Jenaer nach einem Freiwurf von Vuk Radojicic sowie vier Punkten durch Richard Rietschel zum 64:69-Anschluss zurück in Schlagdistanz, setzten in der dramatischen Schlussphase erfolgreich nach. Nachdem Radojicic in der 38. Minute mit zwei weiteren Freiwürfen zum 74:73 für die erste Jenaer Führung seit dem 2:0 gesorgt hatte schlug Herzogenaurachs Haßfurther mit seinem Korb aus der Distanz zurück – 74:76. Zwei nervenstark verwandelte Schüsse von der Freiwurflinie durch Jan Heber 70 Sekunden vor der Schlusssirene zum erneuten Ausgleich (76:76) ließen den Adrenalinpegel unter den Zuschauern deutlich ansteigen. Auf der Gegenseite gelang es Moritz Sanders 36 Sekunden vor Ultimo nur einen seiner beiden Würfe im Jenaer Korb unterzubringen – 76:77. So wanderten Angriffsrecht und Ball in die Hände der Thüringer, die nach Jan Hebers Sprungwurf zum letzten Führungswechsel auf 78:77 das bessere Ende und die Pluspunkte verbuchen konnten.
SCJ: Radojicic 16 Punkte, Rietschel 13, Krause 11, Dizdar 11, Shusel 8 (10 Reb.), Jostmann 8, Heber 7, Bank 2, Glück 2, Sturcel, Mayr, B. Linartas


