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02. 01. 2018

Vom beschwerlichen Weg den Berg hoch!

Nach dem erfolgreichen 1. Halbjahr 2017, als man mit einer bärenstarken Rückrunde 16/17 und anschließend souveränen Playdowns den Klassenerhalt vorzeitig klar machen konnte, waren die NBBL-Youngster von Science City Jena mit Ambitionen in die neue Saison gestartet. Zwar verlor man altersbedingt mit Marco Rahn und Jan Heber die offensiven Anker der letzten Saison (wie schwer das wiegen sollte, wurde erst im weiteren Saisonverlauf klar), doch das 'neue' Team verfügt über eine gute Struktur. Viele der Jungs haben mittlerweile einen Stammplatz im Regionalligateam, verfügen über Erfahrung aus der NBBL-Vorsaison - und punktuell wurde das Team mit guten Rollenspielern verstärkt, so folgte unter anderem der slowakische U16-Nationalspieler Richard Sturcel seinem Landsmann Jakub Kadasi nach Jena. Aus den USA kehrte mit Jan Schenderlein ein ehemaliger Spieler zurück, und per FSJ-Einsatzstelle kamen Lorenz Domrös (Potsdam) und Lorenz Gudat (Hannover) nach Jena.

Nach einem kurzen, die Vorbereitung abschließenden Teamcamp im thüringischen Saalburg ging es am 1. Spieltag gegen den MBC in heimischer Halle los. Der Auftakt gelang beim 72:66 (überragend Moritz Schneider mit 16 Punkten & 7 Assists), Science City konnte das Derby für sich entscheiden und einen Sieg zum Saisonneginn einfahren. Mit Hoffnungen reiste man dann eine Woche später nach Würzburg, doch was als Beginn eines Angriffes auf einen der begehrten Playoff-Plätze starten sollte, wurde leider zum Anfang einer Negativserie. 4 Spiele verlor das Jenaer Team um Kapitän Moritz Schneider in Folge. In Würzburg traf man auf einen überraschend starken Gastgeber, gecoacht vom ehemaligen Jenaer Sören Zimmermann, der seine Mannschaft hervorragend eingestellt hatte. Knapp war es, doch aus Jenaer Sicht am Ende leider unglücklich verloren mit 59:61 (Kristofer Krause 21 Pkt. & Dominik Shusel 7 Rebounds). Die Niederlage war schmerzlich, ging aber in Ordnung. Die nächsten zwei Spiele zeigten die SCJ-Youngster zwar ganz starke Leistungen und brachten die beiden klaren Staffelfavoriten Nürnberg und Breitengüßbach mit bemerkenswerten Leistungen an den Rand einer Niederlage - stand dann aber am Ende trotzdem mit leeren Händen da. 52:54 (Kristofer Krause 17 Pkt. & Dominik Shusel 7 Rebounds) hieß es in Breitengüßbach beim Nachwuchs vom Euroleague-Club und Meister Brose Baskets Bamberg, weitere 7 Tage später dann 63:67 (Jakub Kadasi 19 Pkt. & 13 Rebounds) in eigener Halle gegen die Nürnberg Falcons. Drei knapp verpasste Siege in Folge, das nagte am Team des Trainerduos Tino Stumpf/Kilian Klankers. Die vierte Niederlage dieser ärgerlichen Serie kam dann in Chemnitz, und mehr als deutlich (58:93 / Dominik Shusel 16 Punkte & Cedric Mayr 3 Rebounds). Ein Tag zum Vergessen, und da war der Ausfall des Top-Scorers und -Rebounders der Saison, Jakub Kadasi (aktuell 15,5 Pkt p.S. & 6,9 Reb p.S.), nur eine der am Rande wichtigen Ursachen. So fand man sich nach 5 Spielen bei einer Bilanz von 1-4 wieder, im unteren Tabellendrittel - sozusagen wieder zurückgestolpert an den Fuß des Berges, den es zu besteigen galt . In der Phase zeigte es sich vor allem, wie wertvoll die mittlerweile im eigenen Programm auf dem Weg zum Profi stehenden 'letztjährigen Bergführer' Marco Rahn und Jan Heber waren, denn sie lieferten 16-17 konstantes Scoring - diese Qualität konnte trotz der durchaus positive Entwicklung vieler Spieler kein Akteur konstant so abrufen, wie es Heber und Rahn konnten.

Der Berg, den es aber immer noch zu besteigen galt, war also doch höher als zu Beginn der Saison angenommen. Die jungen Jenaer rauften sich aber zusammen, starteten eine kleine Serie von 3 Siegen. Im Thüringen-Derby wurde Gotha (60:52 / Jakub Kadasi 21 Pkt. & Moritz Schneider 9 Rebounds) nieder gerungen, anschließend die Crailsheim Merlins mit einer herausragenden Leistung deklassiert (99:61 / Dominik Shusel 21 Punkte & 11 Rebounds) und dann in Bayreuth souverän gewonnen (77:57 / Kristofer Krause 17 Punkte & Moritz Schneider 7 Rebounds). Mit der Zwischenbilanz von 4-4 ging es im letzten Spiel des Jahres nach Crailsheim. Trotz des klaren Sieges 2 Wochen zuvor wusste man, dass viele Umstände beim 1.Sieg zusammen kamen, die im Rückspiel in Crailsheim so nicht wieder zu erwarten waren - sondern ein hoch motivierter Gastgeber mit drei serbischen Gastspielern. Die erste Halbzeit ging dann auch klar an die Baden-Württemberger mit 35:50. Einem großen Fight in der 2.Halbzeit hatten es die Jenaer zu verdanken, dass sie sich noch einmal heran kämpfen konnten, doch wieder stand man letztlich am Ende mit leeren Händen da: 75:79 (Jakub Kadasi 20 Punkte & Dominik Shusel 11 Rebounds). Ein bitterer Abschluss des Jahres 2017 - und 4 der Niederlagen waren letztlich verdammt knapp: 2, 2, 4 und 4 Punkte.

4 Siege - 5 Niederlagen, ein Platz im Mittelfeld der Gruppe Süd-Ost. Ein akzeptables Ergebnis, gemessen jedoch an den Hoffnungen auf einen Playoff-Rang (mindestens Platz 4 muss man dafür erreichen) ist der Weg, den man gemeinsam den Berg hoch kraxeln muss, durchaus noch schwierig. Jedes Spiel kann auf diesem Pfad ein Endspiel sein. Dass man mit allen Teams mithalten kann, hat man gezeigt - aber auch erkennen müssen, dass es keine vermeintlich leichten Spiele gibt.

Ein wenig Zeit bleibt noch für die Mannschaft um den Teamkapitän Moritz Schneider, erst am 21.01.2018 steht die nächste NBBL-Partie auf dem Plan. Die Aufgabe wird nicht leicht, es ist eben der beschwerliche Weg auf den Gipfel zu gehen. Beim bisher ungeschlagenen Tabellenführer Nürnberg Falcons werden die Science City-Youngster die Sensation versuchen, um dran zu bleiben an Platz 4 in der Staffel Südost. Dort steht aktuell der MBC mit 5 Siegen...


Trainer Tino Stumpf: "Für uns ist das bisher eine Saison der Auf- und Ab's. Nach 5 Spieltagen auf dem vorletzten Tabellenplatz stehend waren die Hoffnungen auf einen Playoff-Platz doch schon in recht weite Ferne gerückt - dann haben wir mit den 3 Siegen einiges an Stabilität gewonnen. Dass es in Crailsheim sehr sehr schwer ist, das wussten wir vorher und haben uns nicht blenden lassen vom deutlichen Sieg aus dem Hinspiel. Dass es am Ende wieder knapp nicht gereicht hat ist ärgerlich, wirft uns aber nicht um. Wir werden uns gut vorbereiten und ab Januar einen weiteren Anlauf unternehmen."

Wir danken unserem NBBL-Coach Tino Stumpf für den Rückblick auf die erste Saisonhälfte seiner u19-Männer. Wir drücken sowohl dem Coaches-Duo Stumpf/Klankers, als auch dem gesamten Team fest die Daumen für die noch kommenden Aufgaben und glauben fest daran, dass der forcierte 4. Platz zu schaffen ist.